Wann wird Angst zum Problem?

Angst braucht Aufmerksamkeit, wenn sie:

  • viel stärker ist, als die Situation verlangt
  • ohne erkennbaren Anlass auftaucht
  • bleibt, obwohl die Gefahr längst vorbei ist
  • Sie dazu bringt, Orte, Menschen oder Aufgaben zu meiden
  • Ihren Alltag, Ihre Beziehungen oder Ihre Lebensfreude einschränkt

Wenn Angst zur Störung wird

Generalisierte Angststörung:
Die Sorgen hören nicht auf, ob um Gesundheit, Geld, Familie oder Arbeit, und lassen sich kaum stoppen. Auch der Körper kommt nicht zur Ruhe: innere Unruhe, verspannte Muskeln, schlechter Schlaf.

Panikstörung:
Aus heiterem Himmel schlägt die Angst zu: Das Herz rast, die Luft wird knapp, man fürchtet umzukippen oder zu sterben. Nach einigen Minuten ist es vorbei, doch die Angst vor der nächsten Attacke bleibt und wird selbst zum Problem.

Soziale Angststörung:
Die Angst, sich vor anderen zu blamieren oder abgelehnt zu werden, wird übermächtig. Ein Vortrag, ein Essen in der Runde oder ein Anruf lösen Herzklopfen, Erröten oder Zittern aus. Viele ziehen sich deshalb zurück, obwohl sie sich Nähe wünschen.

Spezifische Phobien:
Die Angst richtet sich auf etwas ganz Bestimmtes: Höhe, Spinnen, Spritzen, Fliegen oder enge Räume. Betroffene wissen meist, dass ihre Angst übertrieben ist, und können trotzdem nicht anders, als auszuweichen.

Agoraphobie:
Angst machen Orte, von denen man nicht rasch wegkommt oder an denen im Notfall keine Hilfe da wäre: das volle Tram, der Supermarkt, die Warteschlange, ein weiter Platz. Viele meiden solche Situationen oder gehen nur noch in Begleitung hin.

Wie äussert sich Angst?

Angst manifestiert sich auf verschiedenen Ebenen:

  • Herzrasen, Schweissausbrüche
  • Atembeschwerden, Engegefühl in der Brust
  • Schwindel, Zittern
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Muskelanspannung, Kopfschmerzen
  • Sorgen und Befürchtungen
  • Katastrophendenken
  • Kreisende Gedanken
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Vermeidungsverhalten
  • Rückzug aus sozialen Situationen
  • Erhöhte Wachsamkeit
  • Sicherheitsverhalten

Mein Ansatz bei Angst

Angst entsteht nie im luftleeren Raum. Deshalb schaue ich mit Ihnen auf die Angst selbst und auf das Leben, in dem sie auftritt: Was löst sie aus, was hält sie aufrecht, und wie reagieren die Menschen um Sie herum? Schritt für Schritt gewinnen Sie so Spielraum zurück, und Ihr Umfeld lernt, Sie dabei zu unterstützen.

Bei mir finden Sie einen sicheren Raum, in dem Ihre Angst ernst genommen wird. Wir richten die Therapie nach Ihnen aus, und Sie bestimmen mit, wie schnell und wie intensiv wir vorgehen.

Gemeinsam erarbeiten wir:

  • klare Ziele: was Sie erreichen möchten
  • ein Verständnis dafür, woher Ihre Angst kommt und was sie am Leben hält
  • Werkzeuge und einen persönlichen Notfallplan für akute Angst und Panikattacken
  • kleine Schritte zurück in das, was Sie bisher gemieden haben
  • neue Denk- und Verhaltensmuster anstelle derer, die Sie einschränken
  • mehr Vertrauen in Ihre Stärken
  • offenere Gespräche mit den Menschen, die Ihnen wichtig sind, auf Wunsch gemeinsam mit ihnen

Sie müssen nicht auf den ersten Termin warten:

  • Führen Sie ein Angsttagebuch: Wann kam die Angst, was dachten Sie, was spürten Sie im Körper?
  • Informieren Sie sich über Angst. Das tun Sie gerade.
  • Sprechen Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen.
  • Üben Sie Entspannung, etwa mit Atemübungen oder progressiver Muskelentspannung.
  • Bewegen Sie sich, essen Sie ausgewogen und achten Sie auf Ihren Schlaf.
  • Trinken Sie weniger Kaffee und Alkohol. Beides kann Angst verstärken.

Sprechen wir darüber

Wenn Angst Ihr Leben einengt, müssen Sie das nicht allein durchstehen. In einem ersten Gespräch finden wir heraus, ob mein Ansatz zu Ihnen passt.