Der Weg vom Stress zum Burnout

Ein Burnout kommt schleichend, oft über Monate oder Jahre. Häufig zeigt sich dieser Verlauf, auch wenn nicht alle jede Phase durchlaufen:

1. Volle Kraft voraus:
hoher Ehrgeiz, freiwillige Mehrarbeit, die eigenen Bedürfnisse kommen zu kurz

2. Rückzug:
weniger Engagement, Zynismus, die Leistung lässt nach

3. Gereiztheit:
Schuldzuweisungen, Reizbarkeit, Ängste, gedrückte Stimmung

4. Abbau:
Konzentration und Kreativität schwinden

5. Gleichgültigkeit:
Gefühle verflachen, Kontakte schlafen ein

6. Der Körper meldet sich:
körperliche Beschwerden und Schlafstörungen

7. Verzweiflung:
Hoffnungslosigkeit, Sinnkrise, Erschöpfungsdepression

Symptome erkennen

  • Anhaltende Erschöpfung, die durch normale Erholung nicht verschwindet
  • Gefühl von Leere und emotionaler Distanz
  • Vermindertes Engagement und reduzierte Leistungsfähigkeit
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Negative Einstellung zur Arbeit, zu Mitmenschen oder zum Leben allgemein
  • Reizbarkeit, innere Anspannung
  • Gefühl der Sinnlosigkeit und Hoffnungslosigkeit
  • Chronische Müdigkeit und Energiemangel
  • Schlafstörungen (Einschlafprobleme, frühes Erwachen, nicht erholsamer Schlaf)
  • Häufige Infekte durch geschwächtes Immunsystem
  • Appetitveränderungen
  • Muskelverspannungen, Rücken- und Kopfschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden (Herzrasen, Bluthochdruck)
  • Magen-Darm-Probleme
  • Sozialer Rückzug
  • Vernachlässigung von Hobbys und Freizeitaktivitäten
  • Erhöhter Konsum von Alkohol, Koffein oder Medikamenten
  • Vermeidung von Verantwortung
  • Zunehmende Fehlzeiten
  • Abnahme der Empathiefähigkeit und Toleranz

Was ein Burnout begünstigt

Ein Burnout hat selten eine einzige Ursache. Meist treffen persönliche Muster auf belastende Umstände:

Persönlich

  • Perfektionismus und sehr hohe Ansprüche an sich selbst
  • Mühe, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen
  • ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung
  • ein Selbstwert, der stark am Beruf hängt
  • wenige Strategien, um mit Druck umzugehen
  • zu wenig Zeit für sich und für Erholung

Bei der Arbeit

  • viel Arbeit bei wenig Handlungsspielraum
  • fehlende Anerkennung und Wertschätzung
  • unklare oder widersprüchliche Erwartungen
  • wenig Rückhalt im Team oder von Vorgesetzten
  • Konflikte zwischen den eigenen Werten und dem, was die Rolle verlangt

Im Umfeld

  • Belastungen in der Familie, etwa Beruf und Pflege zugleich
  • gesellschaftlicher Leistungsdruck
  • kulturelle Vorstellungen davon, wie viel Arbeit und wie wenig Pause normal sind
  • der Umgang mit Belastung, den man von zu Hause mitbekommen hat
  • die Art, wie am Arbeitsplatz und privat miteinander geredet wird

Mein Ansatz bei Stress und Burnout

Erholung ist mein Forschungsthema, und die Arbeitswelt kenne ich aus der Beratung von Mitarbeitenden und Führungskräften. Beides bringe ich in die Therapie ein. Wir schauen gemeinsam, was Sie erschöpft, was Sie selbst verändern können und wo sich an den Umständen etwas ändern muss: bei der Arbeit, in der Familie oder bei den eigenen Ansprüchen.

Bei mir finden Sie einen Ort zum Durchatmen, ohne Leistungsdruck. Wir richten die Therapie nach Ihnen aus, und Sie bestimmen das Tempo mit.

Gemeinsam erarbeiten wir:

  • eine Standortbestimmung: wie erschöpft Sie sind und was jetzt Vorrang hat
  • ein Verständnis dafür, was Sie in die Erschöpfung geführt hat
  • Frühwarnzeichen, an denen Sie Überlastung rechtzeitig erkennen
  • Erholung, die zu Ihnen und Ihrem Alltag passt
  • klarere Grenzen und einen freundlicheren Umgang mit den eigenen Ansprüchen
  • Gespräche mit Arbeitgeber, Partner:in oder Familie, gut vorbereitet oder auf Wunsch gemeinsam
  • einen Plan für die Rückkehr an den Arbeitsplatz, falls Sie ausgefallen sind

Wenn es sinnvoll ist, etwa bei einer Krankschreibung, stimme ich mich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Sie müssen nicht auf den ersten Termin warten:

  • Nehmen Sie Warnzeichen wie Schlafprobleme, Gereiztheit oder ständige Müdigkeit ernst.
  • Planen Sie Pausen fest ein, auch kurze, und halten Sie sie ein.
  • Schaffen Sie einen klaren Übergang zwischen Arbeit und Feierabend, etwa mit einem Spaziergang um den Block.
  • Fragen Sie sich am Abend, was Sie heute brauchen: Ruhe für den Körper, für den Kopf oder für das Gemüt?
  • Tun Sie in der freien Zeit etwas, das Ihnen Freude macht. Erholung ist mehr als Nichtstun.
  • Bewegen Sie sich und achten Sie auf Ihren Schlaf.
  • Sprechen Sie Überlastung früh an, bei Vorgesetzten oder in Ihrem Umfeld.
  • Lassen Sie anhaltende Beschwerden ärztlich abklären.

Sprechen wir darüber

Wer erschöpft ist, schiebt Hilfe gerne auf, bis gar nichts mehr geht. Warten Sie nicht so lange: In einem ersten Gespräch finden wir heraus, wo Sie stehen und ob mein Ansatz zu Ihnen passt.