Depression verstehen
und bewältigen
Jeder Mensch kennt Tage, an denen nichts geht. Eine Depression ist etwas anderes: Über Wochen fehlen Antrieb und Freude, der Schlaf leidet, die Gedanken werden düster, und selbst Aufstehen oder Duschen kostet Überwindung. Dahinter steckt keine Schwäche und kein fehlender Wille. Depression ist eine häufige Erkrankung, und sie lässt sich gut behandeln.
Sehr häufig. In der Schweiz erkrankt etwa jede fünfte Person im Laufe ihres Lebens an einer Depression. Sie kann in jedem Alter auftreten und trifft Menschen unabhängig von Herkunft, Bildung oder Beruf. Wer betroffen ist, ist damit alles andere als allein.
Unipolare Depression
Die häufigste Form: Über mindestens zwei Wochen, oft über Monate, sind Stimmung, Antrieb und Freude deutlich gedrückt. Eine solche Episode kann einmalig bleiben oder wiederkehren. Phasen übersteigerter Hochstimmung gibt es dabei nicht.
Dysthymie
Eine mildere, dafür hartnäckige Form: Die Stimmung ist über Jahre gedrückt, ohne dass der Alltag ganz zusammenbricht. Viele Betroffene halten das irgendwann für ihren Charakter und merken erst spät, dass es sich behandeln lässt.
Postpartale Depression
Sie entwickelt sich in den Wochen und Monaten nach einer Geburt und geht über den kurzen «Babyblues» hinaus: Erschöpfung, innere Leere, Schuldgefühle und die Sorge, dem Kind nicht gerecht zu werden. Auch Väter können betroffen sein.
Saisonale Depression
Sie kommt mit den dunklen Monaten und geht im Frühling wieder. Typisch sind grosse Müdigkeit, mehr Schlafbedürfnis und Heisshunger auf Süsses. Wer das Muster kennt, kann rechtzeitig gegensteuern, etwa mit Tageslicht und Bewegung.
Depression manifestiert sich auf verschiedenen Ebenen:
Selten gibt es die eine Ursache. Meist kommen mehrere Dinge zusammen:
Körper
Lebensgeschichte und Belastungen
Beziehungen und Umfeld
Das heisst auch: Es gibt mehrere Stellen, an denen man ansetzen kann.
Eine Depression verändert, wie man sich selbst, die anderen und die Zukunft sieht. Sie wirkt auf Partnerschaft, Familie und Arbeit, und diese wirken zurück. Deshalb schaue ich mit Ihnen auf beides: auf das, was in Ihnen vorgeht, und auf das Leben, in dem die Depression auftritt. Wir beginnen klein und bauen Schritt für Schritt wieder auf, was Ihnen Kraft gibt.
Bei mir finden Sie einen sicheren Raum, in dem Sie nichts leisten müssen. Wir richten die Therapie nach Ihnen aus, und Sie bestimmen das Tempo mit.
Gemeinsam erarbeiten wir:
Wenn es sinnvoll ist, etwa bei der Frage nach Medikamenten, stimme ich mich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Sie müssen nicht auf den ersten Termin warten:
Wenn Sie daran denken, nicht mehr leben zu wollen, warten Sie nicht: Die Dargebotene Hand ist unter 143 rund um die Uhr erreichbar, im Notfall wählen Sie 144.
Sprechen wir darüber
Der erste Schritt fällt in einer Depression besonders schwer. Er muss nicht gross sein: Eine kurze Nachricht genügt, und wir finden in einem ersten Gespräch heraus, ob mein Ansatz zu Ihnen passt.