Woran Sie es merken

Bei Männern zeigt sich Belastung oft weniger als Traurigkeit und eher so:

  • Sie sind gereizt und werden schnell wütend, auch über Kleinigkeiten
  • Sie ziehen sich zurück und sagen Treffen ab
  • Sie gamen, scrollen oder arbeiten bis tief in die Nacht
  • Sie trinken oder kiffen mehr, um abzuschalten
  • Sie gehen mehr Risiken ein, im Verkehr, beim Sport oder mit Geld
  • Schlaf, Antrieb und Konzentration lassen nach, Ausbildung oder Arbeit leiden
  • Sie fühlen sich leer oder spüren fast nichts mehr

Dahinter kann eine Depression, eine Angststörung oder ADHS stecken. Oft ist es schlicht zu viel auf einmal.

→ Mehr über Depression, Angst und ADHS

Was junge Männer häufig beschäftigt

Leistung und Zukunft
Prüfungen, Lehrabschluss, Studium, Rekrutenschule, der erste Job: Alles soll klappen, und zwar jetzt. Dazu kommt die Sorge, sich falsch zu entscheiden.

Wer ich als Mann sein will
Stark und zugleich einfühlsam, erfolgreich und zugleich entspannt: Die Erwartungen widersprechen sich. Den eigenen Weg dazwischen zu finden braucht Zeit.

Beziehungen und Einsamkeit
Nähe, Sexualität, eine Trennung oder das Gefühl, niemanden wirklich zu haben. Viele haben Kollegen, aber kaum jemanden, mit dem sie über Ernstes reden.

Ablösung von zu Hause
Ausziehen, eigenes Geld, Streit mit den Eltern oder Schuldgefühle ihnen gegenüber.

Vergleiche
Körper, Geld, Status: Online haben es scheinbar alle besser im Griff.

Konsum und Bildschirm
Alkohol, Cannabis, Gamen, Pornos oder Sportwetten helfen kurz beim Abschalten und werden manchmal selbst zum Problem.

Mein Ansatz für junge Männer

Sie müssen nicht wissen, was genau los ist. «Es läuft nicht mehr» reicht als Anfang. Wir reden auf Augenhöhe, und Sie bestimmen, worüber und wie schnell. Ich höre zu, frage nach und sage Ihnen offen, was ich sehe. Neben dem Reden arbeiten wir an konkreten Dingen, die Sie zwischen den Gesprächen ausprobieren können.

  • Ein klares Bild davon, was Sie belastet und was es aufrechterhält
  • Wege, mit Druck, Wut oder Leere umzugehen
  • Einen Umgang mit Alkohol, Cannabis oder Bildschirm, der zu Ihnen passt
  • Klarheit bei Entscheidungen zu Ausbildung, Beruf und Beziehung
  • Mehr Vertrauen in sich selbst
  • Auf Wunsch Gespräche mit Eltern, Partner:in oder anderen wichtigen Personen

Sie müssen nicht auf den ersten Termin warten:

  • Sagen Sie einer Person, der Sie vertrauen, dass es Ihnen nicht gut geht.
  • Halten Sie Schlaf, Essen und Bewegung so regelmässig wie möglich.
  • Beobachten Sie eine Woche lang, wie viel Sie trinken, kiffen oder gamen, ohne etwas zu ändern.
  • Nehmen Sie sich pro Tag eine Sache vor, und nur diese.

Sprechen wir darüber

Ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts. Wir klären, was Sie beschäftigt und ob ich der Richtige dafür bin.